Rund um die Nachhaltigkeit

Wir machen eine Klimabilanz!

In einer kleinen Reihe von Blogeinträgen wollen wir euch unseren derzeitigen Status, unsere Bestrebungen und unsere Erfolge im Bereich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit vorstellen. Als Firma und Marke existieren wir seit nun beinahe 200 Jahren und sind immer unseren Wurzeln und der Region treu geblieben. Um diese Geschichte nun weiter zu schreiben und, vor allem, um diesen Erfolg auf ein nachhaltiges Fundament zu stellen, wollen wir unsere Bestrebungen in sowohl ökologischer als auch sozialer Nachhaltigkeit kontinuierlich verbessern. Denn trotz alter und neuer Erfolge ist ein Ausruhen auf diesen noch nie Teil unserer Philosophie gewesen. Ein kontinuierlicher Fortschritt ist für uns als Marke, aber auch für uns als Gesellschaft notwendig, um die Freiheiten und Privilegien, die wir genießen, aufrecht erhalten zu können. Denn heutzutage hat hoffentlich auch der Letzte begriffen, dass uneingeschränkter Konsum von Gütern und Waren nicht ohne Einschnitte in Organisation, Produktion und Verhalten aufrecht erhalten werden kann. Bis heute konsumieren und genießen wir auf Kosten der Umwelt, Tieren und Mitmenschen. Dies bekommen wir bereits deutlich zu spüren, in Form von Ozonlöchern in der Atmosphäre, Abschmelzen der Gletscher, immer häufigere extreme Wetterphänomene wie Hurricanes, Aussterben zahlreicher Tierarten und eine große und unüberbrückbar scheinende Schere zwischen dem globalen Norden und Süden.

Es ist uns deshalb nicht nur Herzensangelegenheit, uns in allen Bereichen der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit stetig zu verbessern, sondern als Teil der Gesellschaft und wirtschaftlicher Akteur sehen wir es auch als unsere Verpflichtung unserer Umwelt und Mitmenschen gegenüber an. Denn wir sind uns bewusst, dass die Textil- und Bekleidungsindustrie nach der Ölindustrie der zweit-schmutzigste Wirtschaftszweig weltweit ist. Es ist für alle Akteure unserer Branche an der Zeit Verantwortung zu übernehmen und Veränderung zu forcieren. Wir positionieren uns deshalb klar und deutlich und wollen eine Veränderung in der Branche und dem Konsumverhalten der Gesellschaft herbeiführen. Lest dazu mehr in unserer Grundsatzerklärung zur Nachhaltigkeit auf unserer Website.

Unser Ziel ist es daher, die 200 Jahr Feier von Lodenfrey klimaneutral und vollständig zirkulär feiern zu können! Dabei soll die Klimaneutralität bereits spätestens 2025 erfolgen. Auf dem Weg dorthin können wir bereits einiges an Meilensteinen vorweisen. In unserem Hauptquartier in Garching bei München produzieren wir schon seit mehr als 10 Jahren mehr Solarenergie, als wir verbrauchen. Unsere Zweigstelle in Österreich wird ebenfalls komplett mit Ökostrom versorgt und wir sind gerade dabei, unsere eigene Produktionsstätte in Rumänien umzustellen, dass auch dort über Solarzellen auf dem Dach die komplette Produktion auf Basis von Solarenergie vonstatten gehen kann. 

Schon immer beruht unsere Kleidung hauptsächlich auf dem unseren namensgebenden Stoff Loden. Auch heute haben wir einen Naturfaseranteil von etwa 80% in unserer gesamten Produktion wovon der Großteil Loden, also reine Schurwolle ist. Bei den übrigen Kunstfasern achten wir sorgfältig darauf, dass die Fasern aus Recyclaten bestehen. Wir sind im engen Austausch mit all unseren Lieferanten. Dies erlaubt uns, Kleidung herzustellen, die biologisch abbaubar ist, die trotzdem einen hohen Anteil an Funktionalität besitzt und die sparsam im Wasserverbrauch ist. Unsere Kleidung ist außerdem darauf ausgelegt, langlebig zu sein. Noch heute kriegen wir alte Sakkos und Mäntel, von Groß- und Urgroßvätern zurückgeschickt, die noch vollständig intakt sind. Diese Qualität zeichnet uns aus und wird immer beibehalten. Kleidung ist nicht nur für den Moment, sie soll ein Leben lang halten. Diese Langlebigkeit und Reinheit in den Stoffen erlaubt es außerdem, dass unsere Produkte zum größten Teil Re- und Upcyclingfähig sind. Dies soll natürlich noch weiter ausgebaut werden.

Dies alles wird komplettiert durch die Regionalität in unserer Firma. Wir sind tief verwurzelt in den alpenländlichen Regionen, wir beziehen unsere Stoffe aus diesen Regionen, wir produzieren in der Europäischen Union und verkaufen hauptsächlich in Zentral Europa. Wir haben dementsprechend (fast) nur innereuropäische Transportwege. Wir arbeiten außerdem mit unseren Logistikpartnern zusammen, um den Transport so klimafreundlich wie möglich zu gestalten und möglichst Zeitnah auch hier die Klimaneutralität erreichen. Desweiteren stehen Punkte wie die Reduktion bis hin zur Eliminierung von Plastik im Büroalltag, und diese mit biologisch abbaubaren Materialien ersetzen, das Einführen einer Dienstwagen Richtlinie, sowie die Ermöglichung des Homeoffices auf dem Plan oder wurden bereits umgesetzt. Bereits jetzt arbeiten unsere Mitarbeiter in Deutschland und Österreich im Schnitt zu 50% aus dem Homeoffice, womit einiges an Pendel-Kilometern eingespart wird. Wir erstellen derzeit eine genaue Klimabilanz unseres Unternehmens, die von der Geburt des Schafes bis hin zum Reinigen unserer Produkte alles berücksichtigt. Mit der Fertigstellung dieser ersten Klimabilanz soll zum Ende des laufenden Geschäftsjahres außerdem der erste Nachhaltigkeitsbericht unserer Firma veröffentlicht werden.

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Uns ist auch ein besonderes Anliegen, neuartige Geschäftsmodelle zu fördern. Denn es müsste jedem klar sein, dass die Art und Menge von Konsum, die wir in unserer Gesellschaft pflegen, nur aufrecht zu erhalten ist, wenn dies nicht auf Kosten unserer Welt und Lebensraums geschieht. Modelle wie das Leihen, Mieten oder Teilen von Kleidung müssen dementsprechend gefördert und etabliert werden. Deshalb unterstützen wir junge Start Ups, wie Beispielsweise ClothesFriends aus München, das eine Tauschplattform für Kleidung darstellt (es lohnt sich unbedingt, sich ClothesFriends mal anzusehen). Hierzu gehört neben einer großen Portion Kreativität und Mut der Branche auch ein Paradigmenwechsel beim Konsumenten. Denn einen Wechsel hin zu solch nachhaltigen und zukunftsfähigen Modellen können wir nur gemeinsam und Hand in Hand vollziehen!

Nächste Woche erfahrt ihr mehr zu unseren Bestrebungen der sozialen Nachhaltigkeit.